Patientenrechte im Krankenhaus

Als Privatpatient ins Krankenhaus

Bei medizinisch notwendiger stationärer Heilbehandlung haben Sie als Privatversicherter die freie Krankenhauswahl. Sie benötigen keine Überweisung durch einen niedergelassenen Arzt und können selbst entscheiden, in welchem Krankenhaus Sie sich behandeln lassen wollen. Dessen ungeachtet sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, welches Krankenhaus für Ihre Behandlung am besten geeignet ist. Dabei können auch Ihre persönlichen Vorstellungen und Wünsche eine wichtige Rolle spielen.

Mit dem Abschluss einer Krankenvollversicherung haben Sie Anspruch auf allgemeine Krankenhausleistungen nach den gesetzlichen Bestimmungen der Bundespflegesatzverordnung und des Krankenhausfinanzierungsgesetzes auf alle Leistungen, die im Einzelfall nach Art und Schwere der Erkrankung für die medizinisch zweckmäßige und ausreichende Versorgung notwendig sind.

Leistungen, die über die notwendige medizinische Versorgung hinausgehen, gehören nicht zu den allgemeinen Krankenhausleistungen. Das Krankenhaus kann über das „Ob“ und „Wie“ von so genannten Wahlleistungen (z. B. Chefarztbehandlung oder Unterbringung im Einzelzimmer) entscheiden. Die Erstattung dieser Leistungen durch Ihre Private Krankenversicherung erfolgt im tariflich vereinbarten Umfang.

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Stationäre und teilstationäre Behandlungen

Bei der Aufnahme in das Krankenhaus schließen Sie einen Krankenhausaufnahmevertrag (Ausnahme: Notfall). Sofern Sie Wahlleistungen in Anspruch nehmen, schließen Sie in der Regel drei Verträge: den Krankenhausaufnahmevertrag (schriftlich), die Wahlleistungsvereinbarung (schriftlich) und den Arztzusatzvertrag (mündlich).

Der Krankenhausaufnahmevertrag hat zum Inhalt:

  • die Bettenmiete
  • die Verpflegung
  • allgemeine Heiltätigkeiten
  • allgemeine Betreuungs- und Pflegetätigkeiten

Bei Rechtsstreitigkeiten mit dem Arzt oder Krankenhaus ist immer nach den einzelnen Rechtsbeziehungen zu fragen und zu unterscheiden.

Zur Verkürzung des stationären Krankenhausaufenthalts können Sie sich zunächst in eine vorstationäre Behandlung begeben. Die vorstationäre Behandlung dient der Klärung, ob eine stationäre Behandlung erforderlich ist oder die Behandlung gegebenenfalls auch teilstationär bzw. ambulant erfolgen kann.

Die vorstationäre Behandlung dient aber auch der Vorbereitung des Krankenhausaufenthalts (z. B. Laboruntersuchungen zur Operationsvorbereitung). Die erforderlichen Untersuchungen und Vorbereitungen werden ambulant im Krankenhaus durchgeführt.

Bei der teilstationären Behandlung verbringen Sie nur einen Teil des Tages zur ärztlichen Behandlung im Krankenhaus.

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Entlassung

Wie lange Ihr Krankenhausaufenthalt dauert, hängt in erster Linie von der medizinischen Notwendigkeit der Behandlung ab, darüber hinaus aber auch von Ihrer persönlichen Bereitschaft und den Umständen Ihres sozialen bzw. familiären Umfelds. Wenn Sie der Meinung sind, eine Entlassung käme für Sie in Frage, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt in jedem Fall darauf ansprechen.

Im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt können Sie in einer nachstationären Behandlung ambulante Untersuchungstermine vereinbaren. Sie haben als Privatpatient auch die Möglichkeit, sich von Ihrem Chefarzt in der Krankenhausambulanz weiter behandeln zu lassen, sofern dies Ihr Versicherungsschutz zulässt.

In vielen Fällen kann ein Krankenhausaufenthalt auch durch häusliche Krankenpflege verkürzt werden.

Nach der Entlassung erhalten Sie die Rechnungen der liquidationsberechtigten Ärzte, falls Sie deren Leistungen in Anspruch genommen haben. Die Liquidation der wahlärztlichen Behandlung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

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