Kann ich PKV-Beiträge von der Steuer absetzen?

Die Beiträge für Ihre private Kranken- und Pflegeversicherung zählen ebenso wie bspw. Beiträge für eine private Altersvorsorge zu den sogenannten Vorsorgeaufwendungen. Dadurch können Sie sie als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Das gilt auch für die Beiträge für Ihre privatversicherten Familienangehörigen.

In welchem Umfang kann ich Beiträge für die private Kranken- und Pflegeversicherung steuerlich geltend machen?

Die Beiträge zur Pflegepflichtversicherung werden vollständig steuermindernd angerechnet werden. Bei der Krankenversicherung berücksichtigt die Finanzverwaltung nur die Beiträge für bestimmte Leistungen. Als Orientierungswert dient dabei eine sogenannte Basiskrankenversicherung, die in etwa den Leistungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung entspricht. PKV-typische Versicherungsleistungen, wie z.B. das Einzelzimmer im Krankenhaus oder die Behandlung durch Heilpraktiker, gelten demnach als Mehrleistungen und sind von der Steuerminderung ausgeklammert. Gleiches gilt für eine Krankentagegeldversicherung.

Hinweis: Die Beiträge für solche Mehrleistungen, die über das GKV-Niveau hinausgehen, (Chefarztbehandlung etc.) lassen sich prinzipiell ebenfalls von der Steuer absetzen – als sonstige Vorsorgeaufwendungen. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn die Höchstgrenzen nicht schon durch die Basiskranken- und Pflegeversicherungsbeiträge der Versicherten ausgeschöpft sind. Als Höchstgrenze für sonstige Vorsorgeaufwendungen ist für Arbeitnehmer und Beamte 1.900 Euro sowie für Selbstständige 2.800 Euro verankert. Bei Ehepaaren gilt für die entsprechende Grenze für jeden Partner separat.

Wie berechne ich die Höhe der abzugsfähigen PKV-Beiträge?

Das Gute ist: Sie müssen die Höhe der abzugsfähigen PKV-Beiträge nicht selbst berechnen. Privatversicherte erhalten jedes Jahr von ihrem Versicherer eine Bescheinigung des Basisbeitrags, die die Höhe der berücksichtigungsfähigen Ausgaben belegt. Sie müssen also lediglich die genannten Summen bei der Steuererklärung in die Anlage Vorsorgeaufwand übertragen. Es empfiehlt sich, die Bescheinigung ebenfalls an den Arbeitgeber weiterzuleiten. Er kalkuliert dann die Beiträge bei der abzuführenden Lohnsteuer ein. Dadurch sinken die Lohnsteuervorauszahlungen des Arbeitnehmers.

Die genaue Rechenformel für die steuermindernden Beiträge ist sehr kompliziert und erfolgt nach der Krankenversicherungsbeitragsanteil-Ermittlungsverordnung (KVBEVO). Eine ausführliche Erläuterung mit Rechenbeispiel finden Sie im Artikel "Geld zurück vom Staat" des PKV-Verbands. Die einfache Faustformel für die steuermindernden PKV-Beiträge lautet: Mindestens 80 Prozent der gezahlten Krankenversicherungsbeiträge erkennt der Staat an.

Hinweis: Wenn Sie eine Beitragsrückerstattung erhalten, müssen Sie diese in der Steuererklärung angeben. Sie verringert im Auszahlungsjahr die absetzbaren Versicherungsbeiträge.

Für den unkomplizierten Weg zum Steuerabzug erhalten Privatversicherte jedes Jahr von Ihrer Krankenversicherung eine Bescheinigung des Basisbeitrags, der die Höhe der berücksichtigungsfähigen Ausgaben belegt. Die Bescheinigung erleichtert auch das Lohnsteuerverfahren: Der Arbeitgeber muss sie bei der abzuführenden Lohnsteuer mit einkalkulieren, wenn sie der Arbeitnehmer einreicht.

Stand: Januar 2019 (aktualisiert)

  • print
  • Mail