Privatversicherte für Arztpraxen enorm wichtig

Zwei Studien haben sich mit den Einkünften befasst, die niedergelassene Ärzte  durch die Behandlung von Privatversicherten und Selbstzahlern erzielen. Sie zeigen, wie sehr diese Patienten zu einer guten medizinischen Infrastruktur beitragen.

Die meisten Menschen in Deutschland sind gesetzlich krankenversichert. Dadurch tragen die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) den größten Teil der Kosten für medizinische Versorgung. Wie sieht aber der Anteil derer aus, die direkter Vertragspartner z. B. des Arztes sind und von diesem eine Rechnung erhalten, also Privatversicherte und Selbstzahler?

Mehrumsatz der Privaten Krankenversicherung

Das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) untersucht regelmäßig den sogenannten Mehrumsatz der Privaten Krankenversicherung (PKV). Als Datengrundlage dienen die Ausgaben der PKV für die Behandlung ihrer Versicherten, die mit den Ausgaben der GKV verglichen werden. Nicht berücksichtigt werden Rechnungen, die die Versicherten selbst begleichen. Das Ergebnis zeigt die Summe, die dem Gesundheitswesen zusätzlich zur Verfügung steht, weil die Privatversicherten nicht gesetzlich versichert sind.

Der Beitrag der PKV ist beeindruckend: 2015 betrug der Mehrumsatz für alle Leistungsbereiche mehr als 12,6 Milliarden Euro. Davon kamen allein 6 Milliarden Euro der ambulanten ärztlichen Versorgung zugute. Weitere 3,3 Milliarden Euro entfielen auf den zahnmedizinischen Bereich.

 

 

Beitrag der Patienten außerhalb des GKV-Systems

Auf Grundlage insbesondere von Daten des Statistischen Bundesamtes und des WIP für 2014 hat der Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen e. V. (PVS-Verband) berechnet, welchen Umfang die Zusatzeinnahmen ambulant tätiger Ärzte von PKV, Beihilfe und selbstzahlenden Patienten zusammen haben:

Die Ärzte nahmen 2014 durch die Behandlung von Privatversicherten und Selbstzahlern zusätzlich rund 10,4 Milliarden Euro ein. Hausärzte verdienten im Durchschnitt 22.216 Euro extra an dieser Personengruppe, Kinderärzte 30.764 Euro. Im Facharztbereich lag der Betrag deutlich höher, so waren es z. B. bei Neurologen, Psychiatern, Kinderpsychiatern und Psychotherapeuten 41.054 Euro, bei HNO-Ärzten 76.519 Euro.

Da sich die Fixkosten in den Praxen nicht ändern, sind die genannten Beträge komplett als Zusatzeinnahmen zu sehen. Geld, das in Fachpersonal, Weiterbildung und moderne Praxisausstattung investiert werden kann.

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