PKV warnt privat Pflegeversicherte vor Telefonbetrug

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In den vergangenen Wochen und Monaten erhielt der Verband der Privaten Krankenversicherung von Privatversicherten vermehrt Meldungen über dubiose Telefonanrufe. Der PKV-Verband rät deshalb Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen zu erhöhter Wachsamkeit: Sie sollten am Telefon Unbekannten keine detaillierte Auskunft oder gar persönliche Daten preisgeben und sich im Zweifel an ihr PKV-Unternehmen wenden. 

Wer genau mit welchen Absichten hinter den Anrufen steckt, ist nicht zweifelsfrei festzustellen. Wie es scheint, gibt es zurzeit aber zwei Arten von Anrufen:

Unerwünschte Werbeanrufe

Neuerdings wenden sich Privatversicherte zunehmend an den PKV-Verband, weil sie unerwünschte Werbeanrufe erhalten haben. Teilweise wurden die Betroffenen am Telefon massiv bedrängt, entsprechende Verbrauchshilfsmittel zu bestellen oder einen Liefervertrag für ein Hilfsmittelpaket abzuschließen. Wenn Werbeanrufen nicht explizit zugestimmt wurde, sind diese verboten.

Möglicher Telefonbetrug

Schon seit Längerem wird dem Verband auch über folgende Masche berichtet: Unbekannte geben an, im Auftrag der privaten Versicherung anzurufen oder sie stellen sich als Mitarbeiter der „Deutschen Pflege“ oder eines „deutschen Pflegeservices“ vor. Vermeintlicher Anlass der Kontaktaufnahme: Den Pflegebedürftigen stünden noch Ansprüche aus der Versicherung zu. So seien zum Beispiel der sogenannte Entlastungsbetrag oder die Pauschale für Inkontinenz-Hilfsmittel noch nicht ausgeschöpft.

Um an diese Leistungen zu gelangen, sollen die Angerufenen Daten wie ihre Versicherungsnummer mitteilen oder über eine App weitergeben, die zuvor heruntergeladen werden müsse. In anderen Fällen wurde den Versicherten die Zusendung eines Vordrucks angekündigt, der unterschrieben zurückgeschickt werden müsse. Zu befürchten steht, dass die derart erhaltenen Daten von den Betrügern unrechtmäßig verwendet werden. Menschen, die bei gesetzlichen Pflegekassen abgesichert sind, gehen die Ganoven übrigens genauso an.

Wachsam bleiben – und im Zweifel den Versicherer kontaktieren

Der PKV-Verband rät Privatversicherten zu erhöhter Wachsamkeit, wenn sie von Unbekannten aufgefordert werden, persönliche Daten weiterzugeben, Leistungen zu beantragen oder Unterschriften abzugeben. Keinesfalls sollten Apps genutzt werden, über die man nicht auch schon zuvor mit dem Versicherer kommuniziert hat. In Zweifelsfällen gilt: Keine Angaben machen, sondern Rücksprache mit dem Versicherungsunternehmen halten.

Die Bundesregierung gibt Hinweise, wie mit unerwünschter Telefonwerbung umzugehen ist: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/unerwuenschte-werbeanrufe-was-tun--484508.

August 2021

 

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