Patienten in Deutschland haben die kürzesten Wartezeiten

Die Wartezeiten auf Arzttermine sind auch in Deutschland ein regelmäßig wiederkehrendes Reizthema: Zum einen seien sie zu lang, zum anderen seien sie in Abhängigkeit vom Versichertenstatus „gesetzlich oder privat“ unterschiedlich lang. Gerade Letzteres wird immer wieder als vermeintlicher Beleg für eine „Zwei-Klassen-Medizin“ angeführt. Eine neue Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) zeigt jedoch, dass das duale Krankenversicherungssystem von Gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und Privater Krankenversicherung (PKV) bei der Vermeidung von langen Wartezeiten sehr erfolgreich ist.

Fast jeder zweite Patient erhält Arzttermin ohne Wartezeit

So erhalten 42 % der Patienten sofort einen Termin beim Haus- oder Facharzt – das heißt ohne einen Tag Wartezeit. Und 69 % der Patienten erhalten einen Termin innerhalb von einer Woche. Hier sind jeweils auch planbare Termine enthalten (KBV-Versichertenbefragung 2017). Die Unterschiede nach Versichertenstatus sind relativ gering und haben sich in den vergangenen Jahren sogar angeglichen: 91 % der Privatpatienten und 88 % der Kassenpatienten erhalten innerhalb von einer Woche einen Termin bei einem Hausarzt; bei Fachärzten sind es 60 % (PKV) und 40 % (GKV). Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass es bei akutem Behandlungsbedarf überhaupt Wartezeit-Unterschiede zwischen GKV- und PKV-Versicherten gibt.

Vergleiche mit den Versorgungssystemen im Ausland belegen für Deutschland regelmäßig Spitzenwerte bei kurzen Wartezeiten. Umfrageergebnisse des Commonwealth Fund belegen, dass hierzulande nur 3 % der Befragten 2 Monate oder länger auf einen Facharzttermin warten müssen. In den Niederlanden sind es 7 %, in der Schweiz 9 % und am höchsten ist der Anteil in Norwegen mit 28 %. Zudem können Patienten in Deutschland jederzeit einen anderen Arzt kontaktieren, wenn ihnen die Wartezeit auf einen Termin zu lang erscheint.

Drei Viertel der Patienten erhalten Wunschtermin

Daher verwundert nicht, dass die Mehrheit der Versicherten (61 %) mit der Zeitspanne zwischen Terminvereinbarung und Termin vollkommen oder sehr zufrieden ist. Der vergebene Termin entspricht für drei Viertel der Patienten ihrem Wunschtermin.

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