Ländervergleich: Zugang zur medizinischen Versorgung erstklassig

Das Wissenschaftliche Institut der Privaten Krankenversicherung (WIP) hat einen umfassenden Vergleich über den Zugang zur gesundheitlichen Versorgung in zahlreichen europäischen Ländern vorgenommen. Hierfür hat die Autorin internationale Studien, Umfrageergebnisse und administrative Daten herangezogen. Das Ergebnis: Deutschland liegt weit vorne, und zwar in allen Bereichen.

So müssen sich die deutschen Patienten nicht bei einem Hausarzt registrieren lassen und haben freien Zugang zum Facharzt. Auch muss niemand allein für das Aufsuchen einer Arztpraxis bezahlen. In 19 anderen Ländern der Untersuchung ist diese Wahlfreiheit eingeschränkt, zum Teil sogar erheblich. Lediglich in Island, Luxemburg und Österreich gibt es ebenfalls keine Einschränkungen bei der Arztwahl. Dafür müssen die Patienten eine Zuzahlung leisten.

Patienten in Deutschland haben die kürzesten Wartezeiten

In den letzten Jahren sind die Wartezeiten auf einen Arzttermin in den Fokus gerückt. Doch auch hier zeigt sich, dass Deutschland spitze ist: Laut einer Umfrage erhielten drei Viertel der deutschen Patienten am selben oder folgenden Tag einen Arzttermin, als sie ärztliche Hilfe benötigten. In Norwegen und Großbritannien bekam lediglich die Hälfte der Befragten in diesem Zeitraum einen Termin. Und nur 3 Prozent der Befragten in Deutschland mussten mindestens zwei Monate auf einen Facharzttermin warten – in Großbritannien und Schweden waren es 19 Prozent, in Norwegen sogar 28 Prozent.

Vergleich: Wartezeiten für einen Arzttermin in Europa

Fazit: In keinem Land Europas erhalten die Patienten so schnell medizinische Versorgung wie hier. Kein Wunder, dass ein Vertreter der OECD äußerte, im internationalen Vergleich führe „Deutschland eine Phantomdebatte über die Wartezeiten".

Die hohe Zufriedenheit der deutschen Bevölkerung mit der medizinischen Versorgung belegt ein weiteres Umfrageergebnis: Nur 11 Prozent der Befragten würden es in Betracht ziehen, für eine medizinische Behandlung ins Ausland zu reisen – ebenfalls ein Spitzenwert.

Umfrage: Würden Patienten für medizinische Behandlungen ins Ausland fahren 
Kurze Wartezeiten auf neue Medikamente

Von kurzen „Wartezeiten“ profitieren deutsche Patienten auch bei der Versorgung mit neuen Arzneimitteln. Von der Zulassung eines neuen Medikaments bis zur Markteinführung dauert es in Deutschland durchschnittlich nur 3,5 Monate. So schnell geht es in keinem anderen Land.

Deutschland mit seinem einzigartigen Versicherungssystem aus Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung – GKV und PKV – bietet allen eine erstklassige medizinische Versorgung. Anders als in den meisten Nachbarstaaten sind die Patienten nicht auf ihre eigene Finanzkraft angewiesen, um gute medizinische Leistungen zu erhalten.

Einen umfassenden Artikel über die Studie enthält die aktuelle Ausgabe der Verbandszeitschrift PKV publik.

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