Gesetzesänderungen für Privatversicherte mit Zahlungsschwierigkeiten

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Wer in die Private Krankenversicherung (PKV) wechselt, wünscht einen guten Versicherungsschutz zu einem angemessenen Preis. Veränderungen der eigenen Lebenssituation können aber dazu führen, dass der Beitrag höher ist, als man zahlen kann oder möchte. In der aktualisierten Broschüre Alternativen in jeder Lebenslage – Optionen für PKV-Versicherte können Privatversicherte in solchen Situationen nachlesen, welche Möglichkeiten sie dann haben. Dazu zählen zunächst einmal beitragsreduzierende Maßnahmen innerhalb des Tarifs oder auch ein Tarifwechsel. Ebenso wird erläutert, wie sich bei sozialer Hilfebedürftigkeit die Zuschüsse vom Sozialamt oder der Arbeitsagentur berechnen.

Ausführliche Informationen gibt es insbesondere über die Sozialtarife der PKV, den Basistarif und den Standardtarif:

  • Wer kann in diese Tarife wechseln?
  • Welche Beiträge sind zu zahlen?
  • Welche Versicherungsleistungen bieten sie?
  • Wie darf der Arzt abrechnen?

Versicherte, die ihren Versicherungsbeitrag vorübergehend nicht zahlen können, werden nach den gesetzlichen Vorgaben in den Notlagentarif umgestellt. Wie genau das funktioniert und was für den Versicherungsschutz und die Arztrechnung gilt, erfahren Interessierte ebenfalls in der Broschüre.

Arztrechnung und Umgang mit Beitragsschulden

In die Broschüre sind Neuregelungen aufgenommen worden, die der Gesetzgeber mit dem Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) getroffen hat und die zum 20. Juli 2021 in Kraft getreten sind:

  • Nach erfolgter Behandlung erhalten Privatversicherte üblicherweise eine Rechnung. Diese können sie vor oder nach Begleichung zur Kostenerstattung an ihre PKV weiterreichen. Im Notlagentarif haften Versicherte und Versicherer nun gesamtschuldnerisch, d.h. der Arzt, die Zahnärztin und andere Leistungserbringer können ihren Anspruch direkt gegen den Versicherer geltend machen. Die PKV übernimmt dann die Behandlungskosten entsprechend ihrer vertraglichen Verpflichtung.
    Die Versicherten im Notlagentarif müssen nach medizinischen Behandlungen damit nicht mehr in finanzielle Vorleistung gehen.
  • Die privaten Krankenversicherer dürfen rückständige Beiträge gegen Kostenerstattungsansprüche der Versicherten aufrechnen. Sowohl im Notlagentarif als auch im Basistarif ist dies nun nicht mehr möglich.

Die weiteren aktuellen Regelungen für Versicherte im Notlagentarif, Basistarif sowie im Standardtarif können Sie in der Broschüre Alternativen in jeder Lebenslage – Optionen für PKV-Versicherte nachlesen.

Juli 2021

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