Eigene Entscheidung über Organspende ist wichtig

© Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln

Am 5. Juni ist Tag der Organspende. – Haben Sie einen Organspendeausweis? Wenn nicht, gehören Sie zur Mehrheit in Deutschland: Laut einer repräsentativen INSA Meinungsumfrage hatten Ende Mai 2021 nur 32 Prozent der Befragten einen Organspendeausweis.

Sofern Sie keinen Organspendeausweis bei sich tragen, bedeutet dies im Zweifelsfall: Das Klinikpersonal muss sich darum kümmern, Ihre Zustimmung oder Ablehnung hinsichtlich Organspende in Erfahrung zu bringen. Dazu werden vor allem Ihre Angehörigen befragt, ob und wie Sie sich zur Organspende geäußert haben – oder wie Sie dazu stehen würden, wenn man Sie denn befragen könnte. In einer Pressemitteilung der Aktion „Tag der Organspende“ heißt es, dass 2020 in mehr als der Hälfte der Fälle, in denen eine Organspende möglich war, Angehörige die Entscheidung dafür oder dagegen trafen.

Wer sich für einen Organspendeausweis entscheidet, bewahrt seine Angehörigen vor einer schweren Verantwortung in einer ohnehin belastenden Situation. Wohlgemerkt: Einen Organspendeausweis zu besitzen, bedeutet nicht zwangsläufig, dass Sie einer Spende aller Ihrer Organe zustimmen. Sie können auf dem Ausweis jeglicher Organspende widersprechen. Ebenso können Sie Organe ausschließen oder festlegen, welche Organe Sie spenden würden. Selbst die Möglichkeit, die Entscheidung einer bestimmten Person Ihres Vertrauens zu übertragen, ist auf dem Ausweis gegeben. Alternativ oder auch zusätzlich können Sie Ihre Einstellung in einer Patientenverfügung festhalten.

Im Jahr 2020 haben 913 Menschen nach ihrem Tod fast 3.000 Schwerkranken mit einem neuen Organ eine Zukunftsperspektive gegeben. Über 9.400 Menschen warteten Ende des Jahres auf ein Spenderorgan.

Online-Register zur Organspendebereitschaft

Eine Befragung im Frühling 2020 hat gezeigt: Fast jeder Fünfte hat sich für oder gegen eine spätere Organspende entschieden, dies aber nicht dokumentiert. Aus Umfragen vergangener Jahre ist bekannt, dass dies häufig mit fehlenden Informationen oder Gelegenheiten begründet wird.

Deshalb ist es richtig und wichtig, dass jeder Mensch in Deutschland häufiger direkt über die Möglichkeit aufgeklärt wird, sich bezüglich einer Organspende festzulegen. Auch die privaten Krankenversicherer tragen ebenso wie die gesetzlichen Krankenkassen dazu bei und schreiben ihre Versicherten gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag alle zwei Jahre an.

Ab März 2022 wird das Thema mit einem Online-Register noch mehr vorangetrieben. Hier kann jeder ohne großen Aufwand eintragen, wie er oder sie zur Organspende steht. Ein zusätzlicher Organspendeausweis ist möglich, aber nicht mehr nötig. Nur berechtigte Ärzte aus den Krankenhäusern können im Notfall abfragen, ob eine Erklärung vorliegt. Für sie wird die Arbeit durch das Online-Register enorm erleichtert.

Annähernd 40 Prozent der Deutschen sind gegenwärtig bereit, das Online-Register zu nutzen. Bei den Besitzern von Organspendeausweisen ist die Zustimmung besonders groß. Hier liegt die Quote bei 81 Prozent. Insgesamt jeder fünfte Befragte konnte sich hingegen nicht festlegen. Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen der Personengruppen mit und ohne Organspendeausweis: Von den Menschen ohne Ausweis war fast jeder vierte unentschieden, bei denjenigen mit Ausweis jedoch nicht einmal jeder zehnte.

Aufklärung und Information zum Thema Organspende und Bekundung der Organspendebereitschaft bleibt deshalb weiterhin wichtig. Umfassende Informationen finden Sie auf dem Internetportal www.organspende-info.de/ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Bitte entscheiden Sie sich!

Juni 2021

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