Corona-Tests bei Privatversicherten: Diese Regeln gelten

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Die Infektionen mit dem Corona-Virus sind nach wie vor hoch. Die Bundesregierung hat daher die Nationale Teststrategie an das Infektionsgeschehen angepasst. Auch die Coronavirus-Testverordnung wurde nochmals überarbeitet und ist seit dem 8. März 2021 gültig. 

Somit haben ab sofort alle Bürger die Möglichkeit, sich einmal pro Woche kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen. Die Tests können u. a. in Testzentren, Apotheken sowie Arzt- oder Zahnarztpraxen von geschultem Personal, je nach Kapazität, vorgenommen werden. Die Kosten dafür übernimmt der Bund.

Auch sogenannte „Laien-Selbsttests“ zur Anwendung für Zuhause sind mittlerweile im Einzelhandel erhältlich. Die Kosten dafür sind selbst zu tragen.

Wichtig: Wer einen Selbsttest macht, der positiv ausfällt, sollte diesen – auch wenn dieser nicht meldepflichtig ist – unbedingt durch einen PCR-Test bestätigen lassen und sich vorsichtshalber solange zu Hause in Isolierung begeben, bis das Ergebnis vorliegt. Positive Ergebnisse von Antigen-Schnelltests, die von geschultem Personal durchgeführt werden, sind meldepflichtig.

Die wichtigsten Fragen zu den aktuellen Schnell- und Selbsttests beantwortet das  Bundesgesundheitsministerium unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronatest/faq-schnelltests.html

Wir haben hier darüber hinaus die wichtigsten Informationen für Privatversicherte anhand von sieben Szenarien zusammengestellt.

1.   Ihr Haus- oder Facharzt veranlasst einen Test aufgrund von Krankheitssymptomen
2a. Die Corona-Warn-App meldet ein "erhöhtes Risiko"
2b. Ein Arzt oder Gesundheitsamt verordnet einen Test wegen Kontakt mit einer infizierten Person
3.   Sie müssen ins Krankenhaus oder sich einer ambulanten Operation unterziehen
4.   In einer Einrichtung, in der Sie arbeiten, behandelt oder betreut werden, ist eine Infektion aufgetreten
5.   Sie kehren von einer Auslandsreise zurück
6.   Ihr Arbeitgeber veranlasst eine Corona-Testung
7.   Sie möchten freiwillig einen Corona-Test machen
 

Szenario 1: Ihr Haus- oder Facharzt veranlasst einen Test aufgrund von Krankheitssymptomen

Verordnet Ihr Haus- oder Facharzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen einen Corona-Test, weil Sie für die Krankheit COVID-19 häufig auftretende Symptome zeigen, setzt bei Privatversicherten der Versicherungsfall ein: Für die Testung stellt Ihnen der behandelnde Arzt eine Rechnung, die Sie zur Kostenerstattung bei Ihrem Versicherer einreichen können. Den Corona-Test rechnet ein Arzt wie andere Behandlungen von Privatpatienten bzw. Selbstzahlern nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) wie folgt ab:

PCR-Test (beziehungsweise ähnlichen Methoden zum Nachweis einer Infektion): ca. 147,00 Euro für die Labordiagnostik (GOÄ-Nr. 4780, 4782, 4783, 4785), ca. 27,00 Euro für die Abstrichentnahme (GOÄ-Nr. 1, 5 und 298 analog) und 6,41 Euro für die Hygienepauschale (GOÄ-Nr. 245 analog, bis zum 30.06.2021)

Antigen-Schnelltest (nur im Ausnahmefall, z.B. bei begrenzter PCR-Kapazität): 16,76 Euro für die Labordiagnostik (GOÄ-Nr. 4648), ca. 27,00 Euro für die Abstrichentnahme (GOÄ-Nr. 1, 5 und 298 analog) und 6,41 Euro für die Hygienepauschale (GOÄ-Nr. 245 analog, bis zum 30.06.2021)

Wichtig: Nach einem positiven PCR-Test hat die getestete Person bei begründetem Verdacht auf das Vorliegen einer Virusvariante einen Anspruch auf eine variantenspezifische PCR-Testung. Die Kosten hierfür werden vom Gesundheitsfonds übernommen.

Szenario 2a: Die Corona-Warn-App meldet ein „erhöhtes Risiko“

Die Corona-Warn-App meldet Ihnen eine Begegnung mit hohem Risiko. In diesem Fall erhalten Sie den Hinweis, die Hausarztpraxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst (unter 116117) oder das Gesundheitsamt zu kontaktieren, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Ein durchgeführter Test wird auch bei Privatversicherten aus dem Gesundheitsfonds bezahlt. Hierfür kommen privat Krankenversicherte ebenso auf wie gesetzliche Versicherte, denn für die Testkosten erhält der Gesundheitsfonds einen Steuerzuschuss.

Nach dem Test erhalten Sie ein Formular mit einem QR-Code, mit dem Sie das Testergebnis über die Corona-Warn-App abrufen können. Verwendet die Hausarztpraxis das Formular ausnahmsweise nicht, können die Versicherten die für die Corona-App benötigte TAN auch über die hierfür eingerichtete Hotline erfragen. Weitere Hinweise finden Sie auf dieser Website des BMG

Die Corona-Warn-App - Ein Erklärfilm

Szenario 2b: Ein Arzt oder Gesundheitsamt verordnet einen Test wegen Kontakt mit einer infizierten Person

Wenn Sie Kontakt mit einer infizierten Person hatten, aber keine Symptome aufweisen, haben Sie als sogenannte Kontaktperson Anspruch auf einen kostenlosen Corona-Test. Die Einordnung als Kontaktperson sowie die Verordnung und Durchführung des Tests erfolgt über den behandelnden Arzt einer mit dem Coronavirus infizierten Person oder das Gesundheitsamt.

Als Kontaktperson gelten insbesondere Personen, die in den letzten zehn Tagen

  • insbesondere in Gesprächssituationen mindestens 15 Minuten ununterbrochen oder direkten Kontakt (mit Körperflüssigkeiten) zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten,
  • im gleichen Haushalt mit einem bestätigten Fall leben,
  • in einer Situation waren, in der es zu Aerosol-Übertragung gekommen sein könnte (etwa Feiern, Sport in Innenräumen, Chorproben),
  • mit einer Corona-positiven Person für eine Zeit von mehr als 30 Minuten in relativ beengter Raumsituation waren (etwa Schulklassen, Asylbewerberheime),
  • eine Corona-positive Person betreut oder gepflegt haben oder von einer positiven Person betreut oder gepflegt wurden.

Bei Kontaktpersonen sollten Antigen-Schnelltests nur im Ausnahmefall angewendet werden, z. B. bei begrenzter PCR-Kapazität oder zur Überbrückung der Wartezeit auf das Ergebnis einer gleichzeitig eingeleiteten PCR-Untersuchung.

Die Tests müssen nicht ausschließlich in Arztpraxen durchgeführt werden. Das Gesundheitsamt kann auch beispielsweise Zahnärztinnen und Zahnärzte oder Apotheken damit beauftragen.

Die Testung von gesetzlich und privat krankenversicherten Kontaktpersonen wird in diesem Szenario direkt über die Kassenärztlichen Vereinigungen abgerechnet*. Dafür stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein entsprechendes Formular zur Verfügung. Eine Abrechnung ärztlicher Leistungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ist ausgeschlossen.

Positiver Antigen-Schnelltest

Fällt ein Antigen-Schnelltest bei einer symptomlosen Kontaktperson positiv aus, muss dieser mittels PCR-Test bestätigt werden. Die Kosten dafür werden vom Gesundheitsfonds übernommen.

Szenario 3: Sie müssen ins Krankenhaus oder sich einer ambulanten Operation unterziehen

Wer ins Krankenhaus muss, wird in der Regel vor der Aufnahme auf das Corona-Virus getestet. Die Kosten, die dem Krankenhaus im Rahmen einer stationären Behandlung für die Corona-Testung entstehen, werden über ein sogenanntes Zusatzentgelt vergütet. Dieses Zusatzentgelt wird als allgemeine Krankenhausleistung von der PKV übernommen.

Wird vor einer ambulanten Operation bei Ihnen ein Corona-Test durchgeführt, dürfen Ihnen die Testkosten nicht in Rechnung gestellt werden. Diese werden nach der Coronavirus-Testverordnung vom Gesundheitsfonds übernommen.

Szenario 4: In einer Einrichtung, in der Sie arbeiten, behandelt oder betreut werden, ist eine Infektion aufgetreten

Zum Schutz von Gruppen mit besonders hohem Risiko hat die Nationale Teststrategie u.a. für Einrichtungen im Gesundheitswesen spezifische Regelungen festgelegt. Sie gelten beispielsweise für Krankenhäuser, Pflegeheime und Pflegedienste, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Dialyse- oder Rehabilitationseinrichtungen, ambulante Operationszentren sowie Arzt- und Zahnarztpraxen.

Wurde in diesen Einrichtungen in den letzten zehn Tagen eine Corona-Infektion festgestellt, sollte bei Mitarbeitern, Patienten, Bewohnern sowie Besuchern ein PCR-Test durchgeführt werden, auch wenn sie keine Symptome zeigen. Dieser Test ist für sie kostenlos.

Wenn Sie Angehörige im Krankenhaus und Pflegeheim besuchen möchten, können die Einrichtungen Sie in Abstimmung mit der lokalen Gesundheitsbehörde unmittelbar vor dem Besuch mit einem Antigen-Schnelltest auf eine Infektion testen. Weitere Informationen

Szenario 5: Sie kehren von einer Auslandsreise zurück

Wer in den letzten zehn Tagen vor Einreise nach Deutschland in einem Risikogebiet war, muss sich laut Musterquarantäneverordnung vor der Einreise digital unter: www.Einreiseanmeldung.de anmelden. Diese Web-Anwendung kann von Nutzern digitaler Endgeräte (Desktop, Tablet, Smartphone) weltweit abgerufen werden. Wer die digitale Anmeldung nicht nutzen kann, muss eine Ersatzmitteilung in Papierform ausfüllen. Welche Länder als Risikogebiete gelten, finden Sie stets aktuell auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts.

Seit dem 11. Januar gilt in allen Bundesländern nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet eine Testpflicht. Sie müssen bis spätestens 48 Stunden nach der Einreise nachweisen (mittels PCR beziehungsweise PoC-Antigentest), dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind. Ein Test ist frühestens 48 Stunden vor der Einreise möglich. Auf Aufforderung müssen Sie das Testergebnis dem zuständigen Gesundheitsamt vorlegen. Die Kosten für den Test tragen Sie selbst. Für Flugreisende gilt, dass sie bereits vor dem Abflug ihrer Beförderungsgesellschaft ein negatives Testergebnis vorlegen müssen, um nach Deutschland einreisen zu dürfen.

Zusätzlich müssen Sie in der Regel nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet eine 10-tägige Quarantäne einhalten. Mit einem negativen Testergebnis kann die Dauer der Quarantäne reduziert werden. Ein entsprechender Corona-Test kann frühestens 5 Tage nach Einreise durchgeführt werden. Sollten trotz negativem Testergebnis binnen 10 Tagen nach der Einreise Covid-19-typische Symptome auftreten, müssen Sie das Gesundheitsamt sofort benachrichtigen.

Wenn Sie aus einem Risikogebiet mit besonders hohen Inzidenzen oder besonders ansteckenden Virusvarianten einreisen, müssen Sie bereits vor der Einreise nach Deutschland nachweisen können, dass Sie sich nicht mit dem Corona-Virus infiziert haben.

Auch hat die Bundesregierung mit einer Rechtsverordnung ein Beförderungsverbot für Einreisende aus sogenannten Virusvarianten-Gebieten - vorbehaltlich sehr eng begrenzter Ausnahmen - verhängt. Das Beförderungsverbot gilt zunächst bis zum 14. April 2021, 24 Uhr.

Mehr Informationen: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus-infos-reisende/

Hinweis: Grundsätzlich fällt es in die Zuständigkeit der einzelnen Bundesländer, Vorschriften zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende aus Risikogebieten außerhalb Deutschlands zu erlassen. Bitte informieren Sie sich zusätzlich auf den Internetseiten Ihres Bundeslandes.

Szenario 6: Ihr Arbeitgeber veranlasst eine Corona-Testung

Wenn Sie nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten können, ist Ihr Arbeitgeber nun verpflichtet, Ihnen einmal in der Woche einen Corona-Test anzubieten. Gehören Sie zu einer Beschäftigtengruppe mit erhöhtem Infektionsrisiko, muss er Ihnen das Testangebot zweimal in der Woche unterbreiten. Die Kosten für die Tests trägt Ihr Arbeitgeber.

Szenario 7: Sie möchten freiwillig einen Corona-Test machen

Wenn Sie auf eigenen Wunsch vom Arzt oder in der Apotheke einen Corona-Test durchführen lassen, handelt es sich um eine Wunsch- oder Verlangensleistung im Sinne von § 1 Abs. 2 Satz 2 GOÄ. Dies ist kein Versicherungsfall der Privaten Krankenversicherung.

*) Die Abrechnung der Testkosten erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung und wird über einen zusätzlichen Steuerzuschuss aus dem Gesundheitsfonds der Gesetzlichen Krankenversicherung finanziert. Für diesen Steuerzuschuss kommen privat Krankenversicherte ebenso auf wie gesetzlich Versicherte.

April 2021

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