Corona-Tests bei Privatversicherten: Diese Regeln gelten

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Das Bundesgesundheitsministerium hat die Coronavirus-Testverordnung angepasst. Ab dem 30. Juni 2022 gibt es grundsätzlich keinen Anspruch mehr auf einen kostenlosen Bürgertest. Von dieser Regelung gibt es Ausnahmen, um Risikogruppen sowie Menschen zu schützen, die sich nicht impfen lassen können. Deshalb wird es für manche Personengruppen weiterhin kostenlose Bürgertests geben, insbesondere für:

 

  • Kinder bis 5 Jahre
  • Krankenhaus- und Pflegeheimbesucher
  • Haushaltsangehörige von nachweislich Infizierten
  • Infizierte, die zur Beendigung ihrer Isolierung einen negativen Testnachweis benötigen („Freitesten“)
  • Menschen, die in Einrichtungen der Pflege oder Eingliederungshilfe wohnen oder deren Dienste nutzen
  • Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können
  • Menschen mit Behinderungen, die Leistungen nach § 29 SGB IX erhalten, und deren Betreuungskräfte
  • pflegende Angehörige und ehrenamtlich Pflegende

 

Gegen eine Eigenbeteiligung von drei Euro erhalten Sie einen Bürgertest, wenn Sie

 

  1. am selben Tag eine Veranstaltung in Innenräumen besuchen wollen (Konzerte, Theaterbesuche etc.)
  2. am selben Tag Kontakt zu Personen haben werden, die ein hohes Risiko haben, schwer an COVID-19 zu erkranken (Menschen ab 60 Jahre, mit Behinderung oder mit Vorerkrankungen)
  3. durch die Corona-Warn-App einen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko erhalten haben („rote Kachel“).

 

Hinweis: Die Bundesländer haben die Möglichkeit, die Eigenbeteiligung zu übernehmen.

Wenn Sie mit Symptomen (auch leichte Symptome) bei Ihrem Hausarzt einem Corona-Test machen lassen, wird der Corona-Test mit der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet.

Die wichtigsten Informationen zur Abrechnung von Corona-Tests bei Privatversicherten haben wir nachfolgend für Sie zusammengestellt:

Wann Corona-Tests bei Privatversicherten abgerechnet werden können

Zeigen Sie für die Krankheit COVID-19 typische Symptome und suchen deshalb eine Arztpraxis auf, begeben Sie sich damit in ärztliche Behandlung. Ordnet der Arzt oder die Ärztin dann einen Corona-Test an, ist dies Teil einer medizinisch notwendigen Behandlung, für die Sie eine Rechnung erhalten. Ebenso verhält es sich, wenn Sie zuvor einen Selbsttest vorgenommen haben, der positiv ausfiel, und Sie Symptome haben.

Wichtig: Suchen Sie bei Symptomen kein Testcenter auf, sondern immer zuerst Ihren Hausarzt oder informieren Sie sich über den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117. Die Ärztin oder der Arzt wird nach Symptomen und Risikofaktoren fragen und dann entscheiden, wie getestet werden soll.

Eine Testung auf SARS-CoV-2 wird wie jede andere Behandlung von Privatversicherten nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Für Ihre private Krankenversicherung handelt es sich um einen Versicherungsfall, weshalb Sie die Rechnung zur Kostenerstattung bei Ihrer PKV einreichen können.

Im Krankenhaus sind Corona-Tests grundsätzlich über ein Zusatzentgelt abgegolten, das auch von der PKV gezahlt wird. Damit das Krankenhaus Ihnen abweichend von dieser Regel einen Corona-Test gesondert in Rechnung stellen darf, müssen zwingend die nachfolgend genannten Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Der Test erfolgte nicht routinemäßig, sondern aufgrund von Symptomen.

2. Die Testung wurde im Rahmen einer wahlärztlichen Behandlung durchgeführt, d.h. Sie haben vorab der Behandlung z. B. durch eine Chefärztin oder einen benannten Vertreter zugestimmt.

Zur Fragestellung, wann genau eine Testung auf SARS-CoV-2 als wahlärztliche Leistung möglich ist, informiert umfassend das Bundesgesundheitsministerium.

In allen anderen Fällen, in denen Sie auf das Coronavirus getestet werden, handelt es sich nicht um Versicherungsfälle. Die PKV muss deshalb die Kosten nicht tragen.

Wie Corona-Tests bei Privatversicherten abgerechnet werden können

Unter der Voraussetzung dass Symptome (auch leichte) der Anlass sind, können Ärztinnen und Ärzte sowohl PCR-Tests als auch Antigen-Schnelltests nach der GOÄ abrechnen. Wie viel Sie letztlich zu zahlen haben, hängt vom Testverfahren sowie dem Aufwand ab. Grundsätzlich gilt aber Folgendes:

Abrechnung eines PCR-Tests (und ähnliche Methoden zum Nachweis einer Infektion)

  • ca. 147,00 Euro für die Labordiagnostik
    (unter Anwendung der GOÄ-Nummern 4780, 4782, 4783, 4785)
  • ca. 27,00 Euro für die Abstrichentnahme, die Untersuchung und das aufklärende Gespräch (unter Anwendung der GOÄ-Nummern 1, 5 und 298)

Im Krankenhaus muss die Rechnung um 25 bzw. 15 Prozent gemindert werden.

Abrechnung eines Antigen-Schnelltest

  • 16,76 Euro für die Diagnostik
    (unter Anwendung der GOÄ-Nummer 4648)
  • ca. 27,00 Euro für die Abstrichentnahme, die Untersuchung und das aufklärende Gespräch
    (unter Anwendung der GOÄ-Nummern 1, 5 und 298)

Im Krankenhaus muss die Rechnung um 25 bzw. 15 Prozent gemindert werden.

Sollten Sie jedoch auf eigenen Wunsch und ohne Symptome einen PCR-Test durchführen lassen, ist dies eine Verlangensleistung und nicht medizinisch notwendig. In diesem Fall erhalten Sie eine Rechnung. Die Kosten müssen Sie selbst tragen; es handelt sich nicht um einen Versicherungsfall der privaten Krankenversicherung und wird deshalb nicht erstattet.

Weitere wichtige Fragen und Antworten zu COVID-19 Tests hat das Bundesgesundheitsministerium aufbereitet.

April 2022

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