Corona: Das sollten Sie bei Reisen ins Ausland beachten

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Auch in diesem Jahr planen wohl viele Menschen ihren Sommerurlaub nicht so unbeschwert wie in früheren Jahren. Vieles ist noch ungewiss: Wie hoch wird zum Reisezeitpunkt die Inzidenz und damit das Ansteckungsrisiko im gewünschten Urlaubsland sein? Wo muss man wann welche Tests machen – und wie sieht es nach der Rückkehr nach Deutschland aus?

Das Auswärtige Amt empfiehlt, derzeit auf alle nicht zwingend erforderlichen beruflichen und privaten Reisen auch ins Ausland zu verzichten. Aufgrund der Corona-Pandemie hat es gegenwärtig (Anfang Juni 2021) noch für zahlreiche Länder Reisewarnungen ausgesprochen. Wie sich das in den nächsten Wochen entwickelt, bleibt zu beobachten.

Wichtige Informationen zu diesem Thema haben wir hier für sie zusammengestellt:

Privatversicherte sind auch jetzt im Ausland abgesichert

Ihre private Krankenvollversicherung bietet Ihnen weltweit je nach Versicherungsvertrag für ein bis drei Monate im Jahr und in Europa sogar zeitlich unbegrenzt Schutz. Das gilt auch bei einer Pandemie und selbst bei den bestehenden Reisewarnungen durch das Auswärtige Amt.

Werden Sie im Ausland wegen einer COVID-19-Erkrankung behandelt, übernimmt Ihre private Krankenversicherung die Kosten vertragsgemäß wie bei anderen Erkrankungen auch. Den genauen Umfang Ihres Versicherungsschutzes können Sie dem Versicherungsschein, späteren schriftlichen Vereinbarungen und den Allgemeinen Versicherungsbedingungen entnehmen. Im Zweifel können Sie sich auch direkt an Ihren Versicherer wenden.

Auslandsreisekrankenversicherung sinnvolle Ergänzung

Trotz des umfassenden Versicherungsschutzes ist auch für Privatversicherte eine Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll. Denn manch typische oder mögliche Leistung der Auslandsreisekrankenversicherung ist nicht unbedingt im PKV-Vollschutz enthalten. Dazu zählen:

  • ein medizinisch notwendiger oder sinnvoller Rücktransport nach Deutschland, auch bei einer COVID-19-Erkrankung;
  • Rettungs- und Bergungskosten. In manchen Vollversicherungstarifen sind sie nicht versichert – oder nur für den Fall, dass die Rettung/Bergung medizinisch notwendig ist. Wenn der Hauptgrund für die Rettung dann aber die Unwegsamkeit des Geländes ist, ist das nicht Bestandteil einer Vollversicherung;
  • Rooming-in. Wenn Ihr Kind im Ausland ins Krankenhaus muss, können Sie es begleiten. Der Versicherer bezahlt auch Ihre Unterbringung im Krankenhaus;
  • Betreuung Ihres Kindes, wenn Sie selbst erkranken oder einen Unfall haben.

Die Auslandsreisekrankenversicherer bieten zudem in der Regel eine spezialisierte 24-Stunden-Hotline, die im Notfall informiert, unterstützt und vieles organisiert.

Eine Single-Jahrespolice kostet wenig mehr als 10 Euro, eine Familienpolice plus/minus 25 Euro. Leistet bei einer Krankheit oder einem Unfall im Ausland die Auslandsreisekrankenversicherung, bleibt die Vollversicherung davon grundsätzlich unberührt. Krankheitskosten im Ausland haben deshalb weder Auswirkungen auf einen Selbstbehalt noch auf eine mögliche Beitragsrückerstattung.

Wichtig: Eine Auslandskrankenversicherung sollte immer vor Reisebeginn abgeschlossen werden. Das geht online selbst kurz vor Reiseantritt noch. Nur in den seltensten Fällen ist ein Vertragsabschluss vom Ausland aus möglich. Der Versicherungsschutz gilt dann aber nicht rückwirkend.

Versicherungsschutz trotz Reisewarnung wegen Corona

Die Auslandsreisekrankenversicherer schließen häufig in ihren Versicherungsbedingungen eine Leistung in Ländern aus, für die eine Reisewarnung besteht. Allerdings gilt das nicht zwangsläufig im Zusammenhang mit einer Pandemie. Manche Anbieter haben ihre entsprechende Regelung zudem in Bezug auf die Corona-Pandemie aufgehoben, da die zahlreichen Änderungen der Reisewarnungen zu unklaren Situationen führten und die Versicherten irritierten.

Um sicher zu gehen, ob Ihre Auslandskrankenversicherung Ihnen im Reiseland Schutz bietet, sollten Sie vorab prüfen:

  • Besteht für das Reiseland eine Reisewarnung?
  • Hat mein Versicherer bei Reisewarnungen eine Leistungspflicht ausgeschlossen?
    Wenn ja: Gilt diese auch bei Pandemien? / Hat mein Versicherer bezüglich Corona eine Sonderregelung getroffen?

Im Zweifelsfall kontaktieren Sie Ihren Versicherer auf direktem Weg.

Befinden Sie sich bereits in einem Land, für das eine Reisewarnung neu ausgesprochen wird, genießen Sie Versicherungsschutz.

Welche Corona-bedingten Kosten Sie bei einer Reise selbst tragen müssen

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gibt es länderspezifische Einreise-Regelungen. Je nachdem, wohin Sie reisen oder woher sie wieder einreisen, müssen Sie einen negativen Corona-Test (PCR- oder Antigen-Schnelltest) vorweisen oder auch in Quarantäne gehen.

Für die Einreise nach Deutschland ist relevant, ob Sie aus einem Risiko-, Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet kommen und geimpft, genesen oder keines von beidem sind. Ausführliche aktuelle Informationen hierzu bietet das Bundesgesundheitsministerium.

Für alle Tests, die Sie aufgrund der Einreisevorschriften der Bundesrepublik oder Ihres Urlaubslandes im In- und Ausland vornehmen lassen, müssen Sie selbst aufkommen. Private Krankenversicherung und Auslandsreisekrankenversicherung übernehmen die Kosten nicht. Dies gilt auch, wenn Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes vorsorglich einen Test machen lassen.

Aber: Wenn Sie während Ihrer Reise Symptome entwickeln, die auf eine COVID-19-Erkrankung hinweisen, trägt Ihre Auslandskrankenversicherung selbstverständlich die Kosten für einen Test und eine notwendige Behandlung. Sobald Sie wieder in Deutschland sind, erstattet Ihre private Krankenvollversicherung die Kosten für einen medizinisch notwendigen Test und / oder Folgebehandlungen.

Juni 2021

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