Beitragsbemessungsgrenze in der GKV steigt auch 2018

Die Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung gibt wichtige Rahmendaten für die Versicherungspflicht und Beitragsbemessung vor. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat den entsprechenden Referentenentwurf für 2018 vorgelegt, so dass nun die voraussichtlichen Werte für das kommende Jahr bekannt sind.

Höhere Versicherungspflichtgrenze erschwert Wechsel in die PKV

Demnach müssen Arbeitnehmer ab Januar mehr als 59.400 Euro im Jahr verdienen, um eine private Krankenversicherung abschließen oder fortzuführen zu können. Gegenwärtig liegt die Grenze bei 57.600 Euro. Für Arbeitnehmer, die Ende 2002 bereits mit einem Einkommen über der damaligen Versicherungspflichtgrenze privat krankenversichert waren, gilt 2018 die Grenze von 53.100 Euro. Wer privat versichert ist und unter die jeweils geltende Versicherungspflichtgrenze rutscht, muss in die Gesetzliche Krankenversicherung wechseln. In bestimmten Fällen ist aber eine Befreiung von dieser Versicherungspflicht möglich.

Beitragserhöhung für freiwillige GKV-Mitglieder

Die Beitragsbemessungsgrenze wird ebenfalls zum 1. Januar 2018 angehoben, und zwar von 52.200 Euro auf 53.100 Euro. Diese Erhöhung lässt für GKV-Versicherte mit einem Einkommen oberhalb der bisher geltenden Grenze automatisch drei Beiträge steigen:

1. den allgemeinen Beitrag
Der allgemeine Beitrag ergibt sich aus dem Einkommen (bis zur Beitragsbemessungsgrenze) und dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent.

2. den Zusatzbeitrag ihrer jeweiligen Krankenkasse
Auch 2018 wird der Zusatzbeitrag der Krankenkassen im Durchschnitt voraussichtlich bei 1,0 Prozent des Einkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze liegen.

3. den Beitrag zur Pflegeversicherung
Der Beitrag berechnet sich aus dem Einkommen und dem Beitragssatz von 2,55 Prozent. Für kinderlose Versicherte kommt noch ein Zuschlag von 0,25 Prozent hinzu.

Im Durchschnitt werden die betroffenen GKV-Versicherten einen Kassenbeitrag von 694,73 Euro im Monat plus 112,84 Euro für die Pflegeversicherung (Kinderlose: 123,90 Euro) zahlen müssen.

Privatversicherte mit einem Arbeitgeberzuschuss können von der Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze profitieren, da damit auch der maximale Arbeitgeberzuschuss ein wenig steigt. Ab Januar 2018 wird er voraussichtlich bei 323,03 Euro/Monat für die Krankenversicherung und 56,42 Euro/Monat (Sachsen: 34,29 Euro/Monat) für die Pflegepflichtversicherung liegen.

Für Versicherte im Basistarif und Standardtarif hat die Veränderung der Beitragsbemessungsgrenze gegebenenfalls auch eine Auswirkung auf ihren Beitrag: Der gesetzlich vorgegebene Höchstbeitrag im Standardtarif entspricht dem GKV-Höchstbeitrag (2018: 646,06 Euro), derjenige im Basistarif dem GKV-Höchstbeitrag plus durchschnittlichem Zusatzbeitrag (2018: 690,31 Euro).

Geändert am 01.11.2017

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