Abrechnung Ihrer Arzneimittelbehandlung

Arzneimittelpreise

Als Privatversicherter zahlen Sie die Ihnen verordneten Arzneimittel zunächst in der Apotheke selbst. Sofern der Rechnungsbetrag nicht direkt auf das Rezept übertragen wurde, müssen Sie eine separate Apothekenquittung verlangen. Das Rezept und gegebenenfalls die Quittung reichen Sie bei Ihrer Privaten Krankenversicherung zur Kostenerstattung ein.

Bei der Betrachtung der Arzneimittelpreise ist die Unterscheidung zwischen nicht verschreibungspflichtigen und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln wichtig.

Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel können in der Apotheke auch ohne Rezept gekauft werden. Für diese Medikamente gibt es lediglich eine unverbindliche Preisempfehlung. Der Apotheker kann also den Verkaufspreis für diese Medikamente frei festlegen. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, die kostengünstigste Alternative auszuwählen, z.B. über die Arzneimittelsuche.

Um verschreibungspflichtige Arzneimittel in der Apotheke zu kaufen, ist eine ärztliche Verordnung erforderlich. Für diese Arzneimittel gilt die Arzneimittelpreisverordnung mit definierten Zuschlägen für den Großhandel und die Apotheken.

Folgende Beispielrechnung für ein verschreibungspflichtiges Fertigarzneimittel soll die Preisbildung verdeutlichen:

Herstellerabgabepreis100,00 € +
Großhandelszuschlag (3,15 % + Festzuschlag: 0,70 €)3,85 € +
Apothekenzuschlag (3 % auf die Summe aus Herstellerabgabepreis und Großhandelszuschlag von 103,85 €)3,12 € +
Apothekenzuschlag, konstant (8,35 €; Zuzüglich 16 Cent zur Förderung der Sicherstellung des Notdienstes)8,51 € +
MwSt. (19 %)21,91 € +
Apothekenverkaufspreis= 137,42 €

 

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Herstellerrabatte

Die Versicherungsunternehmen müssen nicht den vollen Preis tragen, der sich aus den Regelungen der Arzneimittelpreisverordnung ergibt: Die Pharmaunternehmen sind gesetzlich verpflichtet, so genannte Herstellerrabatte einzuräumen. Diese betragen 7 Prozent (seit 1.4.2014) sowie 10 Prozent für Generika.

Die neu gegründete Zentrale Stelle zur Abrechnung von Arzneimittelrabatten (ZESAR) realisiert die Rabatte für die Privaten Versicherungsunternehmen. Die Versicherten profitieren indirekt von den Rabatten, da diese von den Versicherungsunternehmen zur Prämienermäßigung oder Begrenzung von Prämienerhöhungen verwendet werden müssen.

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Rabatte für innovative Arzneimittel

Mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz wurde festgeschrieben, dass für jedes neue Arzneimittel eine Bewertung des Nutzens stattfindet. Wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss ein Zusatznutzen für ein neues Arzneimittel gegenüber bestehenden Therapien festgestellt, verhandelt der GKV-Spitzenverband mit dem Pharmahersteller – im Benehmen mit dem PKV-Verband – über einen Rabatt.

Die vereinbarten Rabatte kommen Ihnen als Privatpatient unmittelbar zugute: Sie zahlen in der Apotheke unmittelbar den rabattierten Preis.

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