
Die Kieferorthopädie befasst sich mit der Erkennung, Verhütung und Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen und den damit in Zusammenhang stehenden funktionellen Störungen.
Ein normaler Zahnbogen ist gleichmäßig halbrund ausgeformt. Die oberen Schneidezähne sollten die unteren um wenige Millimeter überdecken und die oberen Backenzähne die unteren seitlich überlappen, wobei jeweils die Höcker in die gegenüberliegenden Vertiefungen beißen sollten.
Typische Fehlstellungen sind z. B. der relative Vorbiss des Unterkiefers (Progenie) oder umgekehrt die weit vorstehenden Schneidezähne des Oberkiefers (Prognathie). Neben erblich bedingten Anomalien können Fehlstellungen auch erworben sein. Ein vorzeitiger Milchzahnverlust kann dazu führen, dass der bleibende Zahn nicht regelgerecht durchbricht. Auch Daumenlutschen, Kauen oder Saugen von Wange und Lippen oder Zungenpressen verursachen Fehlstellungen.
Zahnfehlstellungen sollten aus mehreren Gründen behandelt werden:

Die Korrektur der Fehlstellung erfolgt durch das Einwirken von Zug- und Druckkräften festsitzender „Brackets“ oder herausnehmbarer Spangen.
Die Behandlung sollte frühestmöglich beginnen, d. h. während des Wechsels vom Milchgebiss zu bleibenden Zähnen sollte schon auf Anomalien geachtet werden.
Grundsätzlich ist aber eine kieferorthopädische Behandlung beim Erwachsenen genauso möglich.
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